BLOWER DOOR TEST vom Ingenieurbüro

Luftdichtheit

 

"Eine luftdichte Gebäudehülle ist Ihr gutes Recht!"
denn
die EnergieEinsparVerordnung (EnEV 2002) fordert:

§5 Dichtheit, Mindestluftwechsel Abs.1

"Zu errichtende Gebäude sind so auszuführen, dass die wärmeübertragende Umfassungsfläche einschließlich der Fugen dauerhaft luftundurchlässig, entsprechend dem Stand der Technik abgedichtet ist (…) "

Unsere Erfahrung zeigt: Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser!
Viele Neubauten erfüllen leider die Anforderungen der EnEV in punkto Luftdichtheit nur auf dem Papier. Auf den Baustellen wird in der Regel dem Thema nicht das notwendige Augenmerk gewidmet, mit der Folge, dass viele der von uns nachgemessenen Gebäude die vorgeschriebenen Grenzwerte überschreiten. Unsere Erfahrung zeigt aber auch, dass Gebäude luftdichter gebaut werden, wenn allen an der Bauausführung beteiligten Parteien von Beginn an bekannt war, dass ein abschließender Blower-Door-Test mit Leckageermittlung durchgeführt wird!! Wir empfehlen daher jedes Gebäude einer objektiven Luftdichtheitsprüfung mittels Blower-Door-Test im Sinne der Qualitätsverbesserung zu unterziehen. In der Praxis haben sich zwei Messtermine als besonders effektiv erwiesen: 1. Eine baubegleitende Messung sofort nach Fertigstellung der Luftdichtheitsebene (z.B. nach dem Einbau der Dampfbremse im DG) - mit dem Vorteil, dass Fehler noch einfach behoben werden können. 2. Eine abschließende BDT-Messung des Gebäudes im Gebrauchszustand sollte Bestandteil jeder Bauabnahme sein.

Fünf handfeste Gründe sprechen für Luftdichtheit:

1. Minimierung des Lüftungswärmebedarfs = Heizkostenreduzierung

Bei modernen Gebäuden liegt mittlerweile auf Grund der immer aufwendigeren Wärmedämmung der Anteil des Lüftungswärmebedarfs bei über 50% am Gesamtenergiebedarf. Dieses Verhältnis verdeutlicht das große Einsparpotential. Während auf dem Gebiet der Wärmedämmung große Fortschritte unternommen wurden, galt die Luftdichtheit lange Zeit als zweitrangig. Um den Gesamtenergiebedarf weiter zu reduzieren, ist es demnach logisch zuerst Maßnahmen zur Verringerung des Lüftungswärmebedarfs auszuführen, zumal sich dies mit relativ geringem Kostenaufwand erzielen lässt.

Bei einer nur 1mm breiten Fuge in er Gebäudehülle ergibt sich eine Verschlechterung der Wärmedurchgangszahl k um das 4,8-fache. Projeziert auf die gesamte wärmeübertragende Hüllfläche eines Gebäudes müsste man auch mit den 4,8-fachen Heizkosten rechnen!

2. Vermeidung von Bauschäden

Wenn warme Luft aus dem Gebäudeinneren durch Leckagestellen nach außen dringt sinkt auf dem Weg durch die Konstruktion deren Temperatur wodurch umgekehrt die relative Luftfeuchtigkeit stetig zunimmt. Sobald der Taupunkt erreicht wird beginnt der in der Luft enthaltene Wasserdampf zu kondensieren. Die betroffenen Bauteile werden mit der Zeit mehr und mehr durchnässt und bilden daher einen idealen Nährboden für Schimmelpilze. Die im Dachbereich meist verwendeten Mineralfaserdämmstoffe reagieren äußerst kritisch auf eingedrungene Feuchtigkeit und können bis zu 65% ihrer Wärmedämmeigenschaften verlieren - der Beginn eines Teufelskreises. Unter bestimmten Vorraussetzungen können im Winter bei einer 1mm Fuge pro Tag und Fugenmeter 800g Wasserdampf in die Konstruktion eindringen, wovon der größte Teil beim Erreichen des Taupunkts kondensiert und im Bauteil verbleibt.

3. Vermeidung von Gesundheitsschäden

Bei ungünstigen Wetterbedingungen kann die Luft auch von außen durch undichte Stellen ins Gebäude eindringen. Mit ihr gelangen dann auch mikroskopisch kleine gesundheitsschädliche Fasern aus den verbauten Mineralfaserdämmstoffen und gegebenenfalls Schimmelpilzsporen unbemerkt in die Raumluft. Mediziner sehen gerade diese über eine lange Zeitspanne andauernde Belastung durch kontaminierte Atemluft als besonders kritisch.

4. Sicherstellung des berechneten Schalldämmmaßes

Schall breitet sich sehr gut in der Luft aus. Bereits kleine Leckagestellen in der Gebäudehülle reichen aus, dass Luftschall in den Wohnbereich eindringt und die sonst sehr massiv wirkenden Außenwände hellhörig erscheinen lässt! Beispiel: Legen Sie einen Fensterflügel nur leicht an und achten sie auf die Veränderung der Intensität der Umgebungsgeräusche beim Verschließen (Verriegeln) des Fensters. Hierbei wird der Fensterflügel luftdicht gegen die Profildichtungen gedrückt und der Weg des Luftschalls unterbrochen - das Schalldämmmaß wird erheblich verbessert.

5. Verbesserung des Raumklimas

Eine undichte Gebäudehülle führt zur Beeinträchtigung der Wohnqualität. Unangenehme Zuglufterscheinungen, ausgeprägte vertikale Temperaturschichtungen (sehr kalte Luft am Boden) sind die Folge. Oftmals wird versucht die Behaglichkeit durch ein "Mehrheizen" wieder herzustellen - eine zweifelhafte Methode die sich in einer Zunahme der Heizkosten wiederspiegelt! mehr Info -->

Blowerdoor

 

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